Donau Soja Standard

Das Donau Soja Programm bezweckt den Anbau, die Verarbeitung und die Vermarktung von gentechnik-freiem und herkunftsgesichertem Qualitätssoja aus Europa zu fördern und zu propagieren.

Ziel ist der Ausbau und die Gewährleistung einer europäischen, gentechnik-freien Eiweißversorgung. 

Hauptmerkmale der Donau Soja Qualität

Der Donau Soja Standard basiert auf den zehn Prinzipien für den Donau Soja Sojaanbau. Diese Prinzipien decken sowohl die beiden wesentlichen Donau Soja Merkmale „Europäische Herkunft“ und „Gentechnikfreiheit“ sowie weitere soziale, ökologische und ökonomische Aspekte ab. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte findet sich im Folgenden.

Herkunft Donauregion

Donau Soja ist ein Produkt kontrollierter Herkunft und Qualität. Landwirte, die Soja gemäß dem Donau Soja Standard erzeugen, sind innerhalb der von der Internationalen Donauschutzkommission festgelegten Donauregion angesiedelt.

Um die Herkunft der Sojabohnen zu verifizieren, müssen alle Partner in der nachgelagerten Wertschöpfungskette (Lagerstellen, Händler, Erstverarbeiter) über ein gültiges Donau Soja Zertifikat verfügen und auf allen Liefer– oder Produktdokumenten (Lieferschein, Rechnung, Wiegekarte) die korrekte Kennzeichnung anwenden. Isotopentests werden als zusätzlicher Herkunftsnachweis für Kunden angeboten, um die Herkunft der Sojabohnen zu verifizieren.

Gentechnikfreiheit

Donau Soja Sojabohnen und Sojaprodukte stammen aus gentechnik-freiem Anbau mit gentechnik-freien Sorten aus dem EU-Sortenkatalog oder den jeweiligen nationalen Sortenkatalogen. Donau Soja Landwirte dürfen weder GV-Soja noch andere GV-Kulturen anbauen. Futtermittel mit der geprüften Qualitätsauslobung „Donau Soja“ sind zur Fütterung von Tieren geeignet, deren Produkte in weiterer Folge mit dem Kontroll-Zeichen „Ohne Gentechnik hergestellt“ gekennzeichnet werden dürfen.

Der GVO-frei Status basiert auf den Mindestanforderungen der folgenden europäischen OGTZertifizierungssysteme:

  • Deutsches Gentechnik-Durchführungsgesetzes (EGGenTDurchfG) mit Kontrollen gemäß den Vorgaben des Vereins Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG);
  • Österreichische Codex-Richtlinie zur „Gentechnik-freien Produktion“ (Codex Alimentarius Austriacus) und der entsprechende Leitfaden zur risikobasierten Kontrolle auf Gentechnikfreiheit;
  • Vorgaben und Kontrollrichtlinie des OGT Donauraum Standards.

Neben den Möglichkeiten die Gentechnik-frei-Zertifizierung nach dem Österreichischen Lebensmittelkodex oder dem deutschen VLOG zu erhalten, kann die Bestätigung auch über Donau Soja Audits verifiziert werden. Ebenso möglich sind Überprüfungen gemäß dem Non-GM Danube Region Prodcution and Labelling Standard und Non-GM Danube Region Inspection Standard, die beide 2015 eingeführt wurden.

Zusätzliche ökologische und soziale Anforderungen:

Reduzierter Pestizideinsatz

Die Basis für den Donau Soja Standard bildet die EU-Gesetzgebung. Daher dürfen beim Anbau von Donau Soja nur Pestizide eingesetzt werden, deren Wirkstoffe in der EU zugelassen sind – dies gilt auch für den Anbau außerhalb der EU. Darüber hinaus dürfen weder Substanzen eingesetzt werden, die in der Stockholm und in der Rotterdam Konvention aufgelistet sind, noch Substanzen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO als extrem gefährlich (Liste 1a) und hoch gefährlich (Liste 1b) klassifiziert wurden. Die Ausbringung von Pestiziden mit dem Flugzeug ist beim Donau Soja Anbau verboten. Ebenfalls verboten ist die Sikkation (d.h. das Austrocknen der Sojapflanzen zur Beschleunigung der Reifung vor der Ernte durch Einsatz eines chemischen Wirkstoffs) nicht nur mit Glyphosat, sondern auch mit allen anderen Substanzen wie etwa Diquat. Mittels Best Practice Training ermöglicht die Donau Soja Organisation den Landwirten den Erwerb spezifischen Know-hows, um ohne Sikkation auszukommen, wie etwa durch die Auswahl geeigneter Sorten.

Keine Entwaldung / Keine Umwandlung

Die Produktion von Donau Soja unterliegt einem strikten Verbot von Entwaldung und Umwandlung natürlicher Ökosysteme. Donau Soja darf nur auf Flächen angebaut werden, die bereits vor 1. Januar 2008 als landwirtschaftliche Fläche gewidmet wurden. Donau Soja darf nicht in nationalen und internationalen Naturschutzgebieten angebaut werden, wo landwirtschaftliche Produktion untersagt ist. Für die Produktion von Donau Soja dürfen keine neuen landwirtschaftlichen Flächen erschlossen werden, wenn es dabei zum Verlust von Naturschutzgebieten, natürlichen Wäldern, Ufervegetation, Feuchtgebieten, Mooren, Auen oder Steilhängen kommt. Im Falle einer Umwandlung in Schutzgebieten sind die Bauern verpflichtet, diese wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuführen.

Reduktion von Treibhausgasemissionen

Donau Soja stellt den Donau Soja Landwirten Informationen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Erhöhung der Kohlenstoffbindung zur Verfügung. Donau Soja Landwirte erfassen relevante Daten wie Erträge, Saatgut-, Düngemittel- und Pestizideinsatz sowie Kraftstoffverbrauch. Sie wählen spezifische Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen und zur Erhöhung der Kohlenstoffbindung aus und setzen diese um.

Einhaltung von internationalen Sozial – und Arbeitsrechten

Der Donau Soja Standard verpflichtet Landwirte die EU-rechtlichen und internationalen Bestimmungen des Arbeits- und Sozialrechtes einzuhalten (ILO Standards). Das beinhaltet die Gewährleistung von fairen Arbeitsbedingungen; den Ausschluss jeglicher Formen von Zwangsarbeit; die effektive Abschaffung von Kinderarbeit; die Eliminierung von Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf; Vereinigungsfreiheit; sowie angemessene Löhne und sichere Arbeitsverhältnisse.

Hohe Kontrollanforderungen

 

Dreistufiges Kontrollsystem

Die Audits und Zertifizierung nach dem Donau Soja Standard werden von unabhängigen externen Kontrollstellen durchgeführt, die gemäß ISO/IEC 17065 akkreditiert sind. Bisher erhielten 18 Kontrollstellen die Genehmigung zur Durchführung von Donau Soja Kontrollen und der Ausstellung von Zertifikaten. Es handelt sich um ein dreistufiges Kontrollsystem, welches auf einer risikobasierten Kontrollhäufigkeit basiert. Stufe eins beinhaltet die Eigenüberwachung innerhalb der Unternehmen und verpflichtende Qualitätssicherungssysteme in der Verarbeitung. Unabhängige Kontrollstellen führen die Audits vor Ort durch und stellen die Donau Soja Zertifikate nur für Unternehmen aus, die alle Vorgaben erfüllen. Zusätzlich führt die Donau Soja Organisation mit ausgebildetem Personal oder in Kooperation mit externen Kontrollstellen oder externen Experten regelmäßig Überkontrollen durch.

Rückverfolgbarkeit über die gesamte Lieferkette

Die Donau Soja Zertifizierung stellt sicher, dass die zertifizierten Produkte von nicht-zertifizierten Produkten auf allen Stufen der Lieferkette getrennt sind. Für Sojaprodukte wie etwa Soja in Getränken oder Lebensmitteln oder bei zu Futtermitteln verarbeitetem Soja wird dies durch eine Trennung und korrekte Kennzeichnung erreicht, einerseits durch das Unternehmen und andererseits bei jedem Schritt in der Lieferkette. Um die Nachverfolgbarkeit von unverarbeitetem Soja sicherzustellen, wird ein IT-gestütztes Chargenzertifizierungssystem im Handel und Transport von Donau Soja Sojabohnen vom Ersterfasser zum Erstverarbeitungsbetrieb eingesetzt. Das System zur Nachverfolgung erfasst alle zertifizierten Unternehmen, die in der Donau Soja IT-Datenbank registriert sind, sowie auch die Partner, die auf der Donau Soja Webseite als zertifizierte Partner eingetragen sind.

Herkunftsländer und Regionen für DONAU SOJA sind politisch und geographisch definiert

Donau Soja Produktionsbetriebe befinden sich geographisch in folgenden Ländern und Regionen:

Österreich

Bosnien-Herzegowina

Bulgarien

Kroatien

Tschechien Republik

Deutschland (Bayern, Baden-Württemberg)

Griechenland

Ungarn

Italien (Trentino-Südtirol, Friaul Julisch-Venetien, Venetien, Emilia-Romagna, Lombardei, Piemont, Aostatal)

Moldawien

Poland (Dolnoslaskie, Opolskie, Slaskie, Swietokrzyskie, Podkarpackie, Malopolske)

Rumänien

Serbien

Slowakische Republik

Slowenien

Schweiz

Ukraine (Uschgorod, Tschernowzy, Winniza, Odessa, Lwow, Ternopol, Chmelnizkij, Iwano-Frankovsk)

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