Kontrollrichtlinie

Die Kontrollrichtlinie regelt insbesondere die Details der lückenlosen Herkunftskontrolle und der Umsetzung der Gentechnikfreiheit entlang der gesamten Prozesskette.

Grundsätzlich gelten für Produktion, Be​- und Verarbeitung von Donau Soja die jeweiligen EU-rechtlichen Bestimmungen. Die Gentechnikfreiheit orientiert sich an den Mindestanforderungen des österreichischen Lebensmittelcodex bzw. dem dazugehörigen Kontroll-Leitfaden. Futtermittel müssen jedenfalls die Qualität „geeignet zur Verwendung in OGT-Projekten" haben.

 Das Donau Soja Kontrollsystem ist dreistufig:

  • Eigene Qualitätssicherungs- und Kontrollsysteme der Systemteilnehmer;
  • Externe Kontrolle und Zertifizierung, die vom Lizenznehmer selbst beauftragt wird; durchgeführt von Kontrollstellen, die nach EN 45011 bzw. der Nachfolge-Norm ISO/IEC 17065:2012 akkreditiert und vom Verein zugelassen sind;
  • Systemkontrolle (Überkontrolle) in Zusammenarbeit mit einer Kontrollstelle, die direkt vom Verein beauftragt wird; Systemkontrolle erfolgt auf allen Produktionsstufen risikobasiert in der Größenordnung von 10 % der lizenzierten Menge an Donau Soja Soja. 

Im Sinne einer lückenlosen Kontrolle werden alle, die am Donau Soja Programm teilnehmen, von der Kontrolle erfasst. Die Bestätigung der Einhaltung der Donau Soja Richtlinien als Ergebnis der externen Kontrollen wird in Form eines Zertifikates in der Kette weitergegeben.

Die Donau Soja Landwirte werden bei der Ernte-erfassenden Lagerstelle registriert. Im Rahmen dieser Registrierung verpflichten sich die Landwirte zur Einhaltung der Donau Soja Richtlinien für den jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb und stimmen der stichprobenartigen Systemkontrolle durch den Verein zu.

Erstverarbeitungsbetriebe (z.B. Ölmühlen, Toaster, Lebensmittelproduzenten und Produzenten von Lebensmittelzutaten und -zusatzstoffen), die wesentliche chemische oder physikalische Veränderungen und/oder Bearbeitungen durchführen, schließen mit dem Verein einen Vertrag ab, in dem sie sich u.a. zu folgenden Punkten verpflichten​:

1. Kenntnis und Einhaltung der Donau Soja Richtlinien;

2. Verpflichtung zum Abschluss eines Kontrollvertrags mit einer externen, akkreditierten und vom Verein zugelassenen Kontrollstelle auf eigene Kosten;

3. Akzeptanz der risikobasierten, stichprobenartigen Systemkontrolle, welche durch den Verein direkt beauftragt und bezahlt wird;

4. Bezahlung einer Donau Soja Gebühr an den Verein (die Gebühr wird nur einmal innerhalb einer durchgängigen Verarbeitungskette auf der Stufe des Erstverarbeiters eingehoben);

5. Verpflichtung der vertraglichen Überbindung der Punkte 1-3 auf alle ihre Lieferanten samt deren Vor-Lieferanten bis zurück zur Lagerstelle.

Mischfutterwerke schließen ebenfalls einen Vertrag mit dem Verein ab, in dem sie sich zur Einhaltung der oben genannten Punkte 1-3 verpflichten.

Vermarkter, die Produkte mit dem Donau Soja Logo in Verkehr bringen wollen, verpflichten sich neben den genannten Punkten 1-3 auch zur vertraglichen Überbindung der Pflicht zur Einhaltung der Richtlinien plus Kontrollvorgaben an ihre Lieferanten und deren Vorlieferanten.​​


Kontrollfrequenzen & Risikoklassen

​Die Kontrollfrequenzen – sowohl der externen Kontrollen, als auch der stichprobenartigen Systemkontrolle, sowie zusätzliche Auflagen für bestimmte Systemteilnehmer – orientieren sich am Risiko betreffend (a) an der Herkunft der Ware oder (b) an einer allfälligen Verunreinigung von Donau Soja mit GVO-Kulturen. 

Die erlaubten Herkunftsländer von Donau Soja werden in folgende 4 Risikostufen (RS) eingeteilt:

RISIKOSTUFE NULL (RS 0): 

EU-Länder: Nationale Anbauverbote für alle GVO-Kulturen, die in der EU zum Anbau zugelassen sind (derzeit GVO-Mais), Nicht-EU-Länder: keine GVO-Sorten zum Anbau zugelassen;

RISIKOSTUFE 1 (RS 1):

​​​Risiko besteht in Bezug auf die geografischer Herkunft („geteilte" Länder: Deutschland, Italien, Polen).

RISIKOSTUFE 2 (RS 2):

Risiko für eine GVO-Verunreinigung mit anderen Kulturen (z.B. Mais); betrifft Länder wie z.B. Rumänien, Slowakische oder Tschechische Republik – wo GVO-Mais Anbau nicht untersagt ist und daher Verunreinigungen möglich sind;

RISIKOSTUFE 3 (RS 3):

Risiko für eine GVO-Verunreinigung mit Soja, weil GV-Soja bis vor wenigen Jahren im Land angebaut wurde oder wird oder die Situation unklar ist (z.B. Ukraine, Moldawien).


Genaue Auflagen für die verschiedenen Risikostufen (RS) auf Ebene der Landwirte, Handelsbetriebe, Lagerstellen, Erstverarbeitungsbetriebe​, Mischfutterwerke, Veredelungsbetriebe und Vermarkter sowie ​verpflichtende Kontrollfrequenzen werden in detaillierten Donau Soja Anforderungen für alle Systemteilnehmer festgelegt.​